Ulrike Draesner und John von Düffel
Paul Celan: Mit wechselndem Schlüssel
Beginn: 19:30 Uhr
Bildquelle: Reservix / Veranstalter
Beschreibung
Klassiker der Literaturgeschichte
Gespräch mit Ulrike Draesner und John von Düffel
Moderation: Anne-Dore Krohn, Prolog und Epilog: Timo Brunke
Paul Celan (1920–1970) thematisiert in seinen Gedichten immer wieder Gewalterfahrungen, findet eine poetische Form für das Grauen der Shoah – exemplarisch dafür steht die berühmte „Todesfuge“. Gleichzeitig schreibt Adorno 1949 sein berühmtes Diktum: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“. Celan lebt zwar in Frankreich, die deutsche Sprache will er jedoch nicht aufgeben. Dafür wird er anerkannt, nicht verstanden und angegriffen. Ein Leben lang sucht er nach Sprache: Besonders eindrücklich ist seine Rede „Der Meridian“, die er anlässlich der Verleihung des Büchner-Preises 1960 hält. Sie kann als poetologischer Schlüsseltext gelesen werden, dessen Titel auf einen Satz von Nelly Sachs in einem Brief an Celan zurückgeht: „Zwischen Paris und Stockholm läuft der Meridian des Schmerzes“. Seine Gedichte versteht er immer als Flaschenpost – die Adressat:innen sind ungewiss.
Eine Veranstaltungsreihe von LpZ Stuttgart und DerDiwan Hörbuchverlag. Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Über die Location
Das Literaturhaus Stuttgart ist ein zentraler Ort für Lesungen, Gespräche, Buchpremieren und literarische Vermittlung in der Stadt. Es bringt Autorinnen, Autoren und Publikum in einem konzentrierten, diskursorientierten Rahmen zusammen. Inhaltlich reicht das Programm von Gegenwartsliteratur über Sachbuch bis zu Formaten für Schulen und junge Leserinnen und Leser. Damit ist das Haus eine wichtige Institution des literarischen Lebens in Stuttgart.